Filmprogramm


Ägypten | Algerien | Irak | Jordanien | Katar | Libanon | Libyen | Marokko | Palästina | Saudi Arabien | Syrien | Tunesien | VAE

Sektionen: Arabische Welten | Shubbak - Fenster zur islamischen Welt | Frauen in Gesellschaft | Wettbewerb | Kurzfilmprogramme

ÄGYPTEN
 

Mawlana | The Preacher
Ein Spielfilm von Magdy Ahmed Ali
Ägypten, VAE 2016, 122 Min, OF (Arabisch) mit engl. UT

Hatem El Shennawi ist Imam in einer Moschee und wird von einer TV-Show angeheuert, um den Anrufern Ratschläge zu geben. Die Show erfreut sich schnell großer Beliebtheit, da El Shennawi liberale Meinungen vertritt und sich durchaus auch mal sarkastisch zu Religionsfragen äußert. So wird er den Vertretern fundamentalistischer Ansichten ein Dorn im Auge. Doch der Imam nimmt den Kampf auf, um seine religiösen Prinzipien mit dem Druck staatlicher Institutionen zu vereinbaren. Der Film, der auf Ibrahim Eissas gleichnamigem Roman basiert, sorgte in Ägypten für Aufruhr. Sunnitische Geistliche riefen dazu auf, den Streifen zu boykottieren, weil er ein falsches Bild von muslimischen Predigern zeichne.

Di 10.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 22

WETTBEWERB

 

The Nile Hilton Incident | Die Nile Hilton Affäre
Ein Spielfilm von Tarik Saleh
Ägypten, Deutschland, Schweden, Dänemark 2017, 106 Min., OF (Arabisch) mit dt. UT

2011: Noredin ist Polizist in Kairo. Er erpresst Gauner und Schwindler und lässt sich von Straßenhändlern bestechen. Doch solange er unter dem Einfluss von Tabletten und Alkohol steht, funktioniert er zuverlässig in diesem Gesellschaftssystem, das kurz vor dem Kollaps steht. Als in einer Luxussuite des Hotels Nile Hilton die Leiche einer berühmten Sängerin gefunden wird, soll er die Ermittlungen übernehmen. Was zunächst nach einem Verbrechen aus Leidenschaft aussieht, wandelt sich schnell in einen Fall, der die führende Elite Ägyptens in Gefahr bringt. Noredin nimmt den Kampf um die Wahrheit auf und verfängt sich zusehends in einem gefährlichen Netz aus Macht, Gier und Korruption. Ein hervorragend inszenierter, atmosphärisch dichter Politthriller.

Fr 06.10., 20.30 Uhr Kino Arsenal

 

A Footnote in Ballet History
Ein Dokumentarfilm von Hisham Abdel Khalek
Ägypten, USA, Frankreich 2016, 118 Min., OF (Arabisch, Englisch) mit engl. UT

Während des Kalten Krieges wurde in Ägypten die Kunst des klassischen Balletts unter staatlicher Schirmherrschaft etabliert. Im Mittelpunkt dieser außergewöhnlichen Geschichte stehen erste Pioniere wie die Prima Ballerina Magda Saleh und andere Tänzerinnen, die als Bolschoi Five bekannt wurden. Sie blicken zurück auf über fünf Jahrzehnte Kulturgeschichte: die Gründung der ersten nationalen Ballettschule, an der sowjetische Lehrerinnen und Lehrer unterrichteten, die frühen Triumphe, den Zusammenbruch und die erneuten Hoffnungen. Der Film ist eine Hommage an eine Gruppe von entschlossenen Frauen, die den Kampf um die ägyptische Kunstszene aufnahmen – von Magda Salehs Gründung des neuen Opernhauses von Kairo bis zur Unterstützung der ägyptischen Diaspora in den USA und der Belebung der Initiativen ihrer Schülerinnen und Schüler.

Sa 07.10., 19.30 Uhr Kupferbau HS 23

 

 

We are Egyptian Armenians
Ein Dokumentarfilm von Waheed Sobhi und Hanan Ezzat
Ägypten 2016, 90 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

We Are Egyptian Armenians behandelt die Zeit in Ägypten, als das Regime die Tore des Landes für all jene öffnete, die bereit waren in Ägypten zu leben, zu arbeiten und ihre Kultur mit den Anderen zu teilen. Nach dem Massaker von 1915 unter osmanischer Herrschaft emigrierten Tausende Armenier nach Ägypten. Dort bekamen sie als Bürger des Staates die gleichen Rechte wie die einheimische Bevölkerung, durften ihre Sprache, Kultur und das armenische Erbe behalten und gründeten ihre eigenen Schulen, Sportvereine und Kirchen. Der Film zeigt auch, wie die Armenier das gesellschaftliche Leben bereicherten, die Wirtschaft vorantrieben und dem neuen Heimatland ihr Bestes gaben.

Mi 11.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 22
 

Jeanne d’Arc Masriya | Egyptian Jeanne d‘Arc
Ein Dokumentarfilm von Iman Kamel
Ägypten, Deutschland, Kuwait, Katar 2016, 85 Min., OF (Arabisch, Englisch) mit engl. UT

In ihrem Dokumentarfilm fragt Iman Kamel nach dem Stand der Emanzipation von Frauen im postrevolutionären Ägypten. Die Regisseurin reist für die Recherchen zu ihrem Film in eine Wüstenlandschaft im Westen des Landes am Nil. Dort findet sie das Tagebuch eines Mädchens namens Jehanne. Sie beschreibt darin ihren Traum, sich von der patriarchalen Unterdrückung in der traditionellen Beduinengesellschaft zu befreien und Tänzerin zu werden. Inspiriert von Jehannes Geschichte besucht die Filmemacherin Künstlerinnen und Musikerinnen in Kairo, die für die Demokratisierung der ägyptischen Gesellschaft gekämpft haben und sich weiterhin für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzen.

Fr 13.10., 19.30 Uhr Kupferbau HS 24

 

 

Happily Ever After
Ein Dokumentarfilm von Nada Riyadh und Ayman El Amir
Ägypten 2016, 71 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Mitten im Chaos des Arabischen Frühlings verliebt sich die ägyptische Filmemacherin Nada Riyadh in Ayman. Die anfängliche Euphorie lässt nach und Zweifel, Angst und Schuld kommen auf ? eine Metapher für den enttäuschenden Verlauf der Revolution in Ägypten. Als Ayman beschließt, das Land wegen der sich verschlechternden sozialen und politischen Bedingungen zu verlassen, möchte sich Nada ihm nicht anschließen. Ihre Analyse der Beziehung zu ihm trägt die Züge der Situation in ihrem geliebten Heimatland. Die unerbittliche Dokumentation dieser schwankenden Liebesbeziehung – es wird ständig gefilmt, auch wenn klar ist, dass Ayman sich dabei unwohl fühlt ? lässt die Frage aufkommen, ob es überhaupt noch Hoffnung gibt, sowohl für sie als Paar als auch für Ägypten.

Sa 14.10., 15.00 Uhr Kupferbau HS 23
 

ALGERIEN
 

Until the Birds Return | En attendant les hirondelles
Ein Spielfilm von Karim Moussaoui
Algerien, Frankreich 2017, 113 Min., OF (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Mourad ist ein wohlhabender Geschäftsmann, der versucht die Probleme von seinem Leben fernzuhalten. Seine Prioritäten sind seine Arbeit, seine Frau und sein Sohn. Aicha möchte ihr altes Leben hinter sich lassen und ein neues als verheiratete Frau anfangen. Zusammen mit ihrem Vater und einem Nachbarn macht sie sich auf den Weg zu ihrer neuen Familie am anderen Ende des Landes. Dahman ist Arzt und hofft auf einen neuen Lebensabschnitt. Er möchte heiraten und wartet geduldig auf die Beförderung, die ihm zu einem höheren sozialen Status verhelfen würde.
Die Biografien dreier Menschen kollidieren miteinander und zeichnen ein kontrastreiches Bild des modernen Algeriens, einem Land, hin- und hergerissen zwischen Tradition und dem Streben nach Modernität.

Mi 11.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 24

WETTBEWERB

Investigating Paradise | Tahqiq fel djenna
Ein Dokumentarfilm von Merzak Allouache
Algerien, Frankreich 2017, 135 Min., OF (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Die junge algerische Journalistin Nedjma stellt Recherchen zum Bild vom Paradies im Islam an. Besonders interessiert sie sich für die plastischen Schilderungen des Paradieses, die salafistische Prediger entwerfen, um junge Männer in Algerien für den Dschihad zu begeistern. Sie reist durch das Land und spricht mit vielen Menschen, darunter raffinierte Intellektuelle, aufgeklärte religiöse Gelehrte, leichtgläubige junge Männer und politische Aktivisten. Regisseur Merzak Allouache verknüpft inszenierte Szenen in Schwarz-Weiß mit dokumentarischen Interviews. So entsteht eine vielschichtige Analyse der Gefahren, die vom Salafismus und seinem Koranverständnis ausgehen.

Fr 13.10., 19.00 Uhr Kupferbau HS 25

 

Visiting ours | De sas en sas
Ein Spielfilm von Rachida Brakni
Algerien, Frankreich 2016, 82 Min., OF (Französisch, Arabisch) mit engl. UT

Einmal im Monat machen sich Frauen auf den Weg zum Gefängnis von Fleury-Mérogis nahe Paris, um dort ihre Ehemänner, Geliebten, Väter, Söhne, Brüder oder sonstigen Verwandten zu besuchen. Nun ist es August und für Fatma und ihre Tochter Nora, Judith und Lola, Hourla und andere ist das Warten in der Hitze schier unerträglich. Die Frauen rücken von Sicherheitskontrolle zu Sicherheitskontrolle weiter voran und, während Beziehungen entstehen, zerbrechen und frech ausgeteilt wird, wächst die Spannung immer weiter und verlagert sich unausweichlich hinter die Gefängnisstangen…

Mi 11.10., 20.00 Uhr Kino Arsenal

 

Paris la Blanche
Ein Spielfilm von Lidia Leber Terki
Algerien, Frankreich 2016, 80 Min., OF (Französisch, Arabisch) mit engl. UT

Mit 62 Jahren verlässt Rekia zum ersten Mal ihr Heimatdorf in der Kabylei, um ihren Ehemann Nour zu treffen, der vor 48 Jahren nach Frankreich auswanderte. Sie ist fest entschlossen ihn nach Hause zurück zu bringen und so durchquert sie Algerien, Frankreich und die Pariser Banlieues auf der Suche nach ihrem Gatten, dem früheren Widerstandskämpfer, den sie zuletzt vor vierzig Jahren gesehen hat. Doch dieser ist selbst zum Fremden geworden.

Di 10.10., 20.15 Uhr ICFA

Sa 14.10., 16.30 Uhr Kupferbau HS 22

 

The Star of Algiers | L’étoile d’Alger
Ein Spielfilm von Rachid Benhadj
Algerien 2016, 101 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Der junge Musiker Moussa träumt davon, der Michael Jackson von Algier zu werden. Mit gleichermaßen Talent und Energie verfolgt Moussa diesen außergewöhnlichen Ehrgeiz, indem er mit seiner kleinen Band von Musikern spielt, zuerst auf Hochzeitsfeiern, später in Nachtclubs. Schon bald verkündet die Presse den neuen "Star of Algiers". Aber nicht alle bewundern seine Musik und seinen Lebensstil. Und so bekommt der aufstrebende Künstler die unerwünschte Aufmerksamkeit der konservativen Kleriker seiner Nachbarschaft zu spüren – unter ihnen sein eigener Bruder. Eine Literaturverfilmung des Romans L’étoile d’Alger von Aziz Chouaki (Stern von Algier, Kinzelbach Verlag).

Sa 14.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 24
 

Timgad
Ein Spielfilm von Fabrice Benhaouche
Algerien, Frankreich 2016, 101 Min., OF (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Jamel, französischer Archäologe algerischen Ursprungs, betritt algerischen Boden, um in der Ausgrabungsstätte von Timgad, der majestätischen römischen Ruinenstadt, zu arbeiten. Die Vergangenheit steht zwar vor ihm, doch schnell holt ihn die Gegenwart ein, als er zum Trainer der Juventus von Timgad, der örtlichen Fußballmannschaft, ernannt wird. Obwohl die Kinder weder Bälle noch Trikots oder Schuhe haben, so dribbeln sie doch mit beachtlichem Talent. Zwischen den Spuren der Antike und den noch offenen Wunden der letzten Kämpfe wird Jamel die komplizierten Beziehungen zur jüngsten Geschichte und die Sehnsüchte eines Algeriens kennenlernen, das von nationaler Versöhnung … und von Fußballmeisterschaft träumt.

Sa 07.10., 20.30 Uhr Kino Arsenal

Sa 14.10., 22.00 Uhr Kino Arsenal

 

El Achiq
Ein Spielfilm von Amar Sifodil
Algerien 2017, 100 Min., OF (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Im Jahr 1958 befindet sich Algerien im Krieg gegen die Kolonialmacht Frankreich. Am Vorabend des Besuchs General De Gaulle in Algerien wird die Nachricht der Ermordung eines jungen Musikers verbreitet und jeder fragt sich: Wer hat El Achiq getötet? Der junge Künstler namens Mohamed Salah Benmasseh war die Hoffnung der Musikszene in Constantine, der drittgrößten Stadt Algeriens. Die Kolonialmacht verdächtigt hinter der Tat sofort den FLN, die Nationale Befreiungsfront, den Musiker umgebracht zu haben.

Do 12.10., 22.00 Uhr Kino Arsenal
 

Le Fort des Fous
Ein Dokumentarfilm von Narimane Mari
Algerien, Frankreich, Katar, Griechenland, Deutschland 2017, 140 Min., OF (Arabisch, Französisch, Griechisch, Englisch) mit dt. UT

Ausgehend von Aufzeichnungen früher wissenschaftlicher Expeditionen und Befriedungskampagnen unter der Führung französischer Kolonialisten in Nordafrika folgt der Film einer Gemeinschaft junger Nomaden, die eine imaginierte utopische Gesellschaft als Reaktion auf die imperialistische Herrschaft bilden. Nachgestellte und improvisierte Szenen sowie Interviews, die von und mit Einwohnern von Algier, von der Insel Kythira und aus der Gemeinschaft von Prosfygika in Athen geführt werden, durchziehen diese Arbeit als Momente alternativer Temporalität und autonomer Räume. Sie reflektieren die Übermittlung und Wiederaneignung von Geschichte und beleben als Strategie des Widerstands die Erinnerungen.

Di 10.10., 19.30 Uhr Kupferbau HS 23

WETTBEWERB

 

Vote Off
Ein Dokumentarfilm von Fayçal Hammoum
Algerien 2017, 82 Min., OF (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Algier im März 2014, der Präsidentschaftswahlkampf hat begonnen. Der Film beobachtet junge Menschen um die 30, die nie gewählt haben und es weiterhin nicht tun möchten, und gibt ihnen eine Stimme. Der Regisseur folgt ihnen hinter die Kulissen ihres täglichen Lebens, zeigt sie bei der Arbeit und beim Kampf gegen Hierarchien und gegen die Langeweile. Das Porträt einer Generation, die zwar von einer besseren Zukunft - die sie selbst gestalten möchte - träumt, den grundlegenden demokratischen Vorgang der Abstimmung aber ablehnt und überspringt.

So 08.10., 19.00 Uhr DAI
 

Kurzfilme aus Algerien

Das Arabische Filmfestival präsentiert eine Auswahl von Kurzfilmen algerischer Regisseurinnen und Regisseure, die 2017 auf internationalen Filmfestivals liefen oder prämiert wurden.

Verschiedene Regisseure, Algerien 2016/2017, ca. 100 Min., OF (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Details unter >> Kurzfilme

Mo 09.10., 19.30 Uhr Kupferbau HS 23

 

IRAK
 

Path of Maryam
Ein Spielfilm von Atia Al Dardji
Irak 2017, 76 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Der Witwer Essa pilgert mit seiner achtjährigen Tochter Maryam von Basra in die heilige Stadt Kerbala. Umgeben von Fremden und Mitpilgern - alle auf der Suche nach ihrem eigenen persönlichen Wunder – marschieren sie in Richtung Kerbala. Als sie von tausenden Menschen umgeben sind, werden ihre Wege getrennt. Von Geheimnissen aus der Vergangenheit gepeinigt, erfährt Essa außerdem noch von einem Terroranschlag in der Nähe. Für Vater und Tochter beginnt ein Rennen gegen die Zeit...
Ein überwältigender, packender Film über Familienbande, Solidarität und Freundschaft in einem von Terror geplagten Land. Eine wahre, aufwühlende Geschichte aus dem heutigen Irak.

Fr 07.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 22

Mo 09.10., 18.30 Uhr Kupferbau HS 24

ERÖFFNUNGSFILM

WETTBEWERB

 

The Dark Wind | Reseba
Ein Spielfilm von Hussein Hassan
Irak, Deutschland, Katar 2016, 89 Min., OF (Kurdisch, Arabisch) mit engl./dt. UT

Das junge jesidische Liebespaar – Reko und Pero – wird getrennt, als der sogenannte Islamische Staat ihr Dorf in der Shingal-Region angreift. Die Terroristen morden sich durch die Dorfgemeinschaft und verkaufen die schöne Pero sowie weitere junge Mädchen auf dem Sklavenmarkt.
Doch Reko begibt sich auf die Suche nach seiner Verlobten und spürt sie schließlich in Syrien auf. Die beiden finden Schutz in einem Flüchtlingslager, in dem auch Peros und Rekos Familien untergebracht sind. Doch Peros Trauma sitzt tief und die traditionelle jesidische Gemeinschaft hat Schwierigkeiten das Schicksal der jungen Frau zu akzeptieren. Die Zukunft der jungen Liebe bleibt ungewiss.

Sa 07.10., 22.30 Uhr Kino Arsenal (OmU)

Do 12.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 24 (OmeU)

 

The Band
Ein Dokumentarfilm von Albager Jaafar
Irak 2016, 67 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Der Film erzählt die Geschichte der Musikband Holum (Traum), die alle Anstrengungen unternimmt, um ihren Traum wahr werden zu lassen. Die sechs Musiker möchten in ihrer irakischen Heimatstadt Sadr City Sufi-Musik spielen. Es gibt nur ein Dilemma: In einer Stadt, in der Musik verboten ist, können sie für das Musizieren ermordet werden. Der Film folgt den Bandmitgliedern, die sich dem Regisseur öffnen und über ihre Träume und Sehnsüchte sprechen genauso wie über die harte Realität, in der sie sich befinden.

Sa 14.10., 13.45 Uhr Kupferbau HS 22

 

The Return
Ein Dokumentarfilm von Zahavi Sanjavi
Irak, Schweden 2016, 52 Min., OF (Kurdisch) mit engl. UT

Ein Flüchtlingslager für Jesiden im irakischen Kurdistan ist das Zuhause für mehr als 20 000 Flüchtlingen geworden, viele von ihnen Opfer des sogenannten Islamischen Staates. Shilan ist eine junge kurdische Krankenschwester, die sich freiwillig um sie kümmert. Jedes Zelt und jede Familie im Lager hat seine eigene Geschichte und Shilan übernimmt die Verantwortung, den Flüchtlingen zuzuhören und sich mit ihren Schmerzen und Leid zu beschäftigen. Eines Tages hört Shilan von einem Zelt, in dem eine Frau wohnt, die sich weigert, ihr Essen zu essen und irgendeinen Kontakt mit der Außenwelt zu haben. Sie beschließt, aktiv zu werden.

Fr 13.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 24

 


Letters from Baghdad
Ein Dokumentarfilm von Sabine Krayenbühl und Zeva Oelbaum
USA, UK 2016, 95 Min., OF (Englisch, Arabisch) mit engl. UT

Gertrude Bell, 1868 in England geboren und als „Königin der Wüste“ bekannt, war eine britische Archäologin und Diplomatin. Als Frau in einem von Männern dominierten Umfeld half sie nach dem ersten Weltkrieg den Nahen Osten zu formen. Der britische Nachrichtendienst rekrutierte Bell, die zu dem Zeitpunkt durch Reisen bereits einiges an Lebenserfahrung in Arabien gesammelt hatte, und beauftragte sie mit der Grenzziehung zum Irak. Schauspielerin Tilda Swinton liest aus Originalbriefen von Gertrude Bell und lässt so eine außergewöhnliche Biografie wiederentstehen, die die Geschichte einer Nation geprägt hat. Die Filmemacherinnen zeigen bislang unveröffentlichtes Material aus der irakischen Nationalbibliothek und aus Gertrude Bells privatem Briefverkehr.

Sa 14.10., 17.15 Uhr Kupferbau HS 25

 

JORDANIEN
 

17
Ein Dokumentarfilm von Widad Shafakoj
Jordanien 2017, 73 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Wird Anoud es in den Kader schaffen? Und Leen, wird sie es trotz so kurzer Vorbereitungszeit schaffen, an diesem Weltklassenevent teilzunehmen? Und wie stehen die Chancen für das Team überhaupt? Der Dokumentarfilm folgt der jordanischen U17-Frauen-Fußballmannschaft während ihrer Vorbereitungen zur FIFA Weltmeisterschaft 2016 in Jordanien. Auf ihrem Weg in die Nationalmannschaft hat jedes Mädchen aus verschiedenen Gründen unterschiedliche Schwierigkeiten überwinden müssen. Doch jetzt kommen sie zusammen, um ihre größte Herausforderung zu bewältigen. "17" ist eine soziale und menschliche Studie über das Leben von jungen Frauen, die leidenschaftlich eine Sportart betreiben, die angeblich nur für Männer ist.

Fr 13.10., 20.15 Uhr Kupferbau HS 23

 

Zaatari Djinn
Ein Dokumentarfilm von Catherine Van Campen
Niederlande, Jordanien 2016, 90 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

"Lächle, und die Welt lächelt zurück", ermutigt die Mutter ihre Tochter Fatma. Für die 12-Jährige ist Zaatari, das Flüchtlingslager im Nord-Osten Jordaniens, ihr Zuhause. Dort leben 80 000 Menschen, 80 Prozent davon Kinder. Materielle Not und das Warten auf Neuigkeiten von zu Hause prägen den Alltag in dieser Zeltstadt mitten in der Wüste, in der der tägliche Wassertransport die einzige Verbindung zur Außenwelt zu sein scheint. Ein Ort voll mystischer Begegnungen und kindlicher Phantasie. Die Kamera nimmt die Perspektive der Kinder ein und folgt ihnen durch das Gewirr aus staubigen Straßen in ihre eigene Welt.

Sa 14.10., 16.30 Uhr Kupferbau HS 24

 

Jordan Stories 2017

Das Arabische Filmfestival präsentiert eine Reihe von Kurzfilmen aus Jordanien, die 2017 im Rahmen eines gemeinsamen Filmworkshops des Scottish Documentary Institute (SDI) und der Royal Film Commission Jordan entstanden sind.

Details unter >> Kurzfilme

Sa 14.10., 13.30 Uhr Kupferbau HS 24

 

Katar
 

Made in Qatar

Das Arabische Filmfestival präsentiert eine Auswahl von Kurzfilmen aus Katar, die im Rahmen des Made in Qatar Programms des Doha Film Institute entstanden sind und auf internationalen Filmfestivals liefen.

Details unter >> Kurzfilme

Mo 09.10., 21.45 Uhr Kino Arsenal

 

 

LIBANON
 

Listen | Ismaii
Ein Spielfilm von Philippe Aractingi
Libanon 2016, 102 Min., OF ( Arabisch) mit engl. UT

Tontechniker Joud ist ein attraktiver und introvertierter junger Mann. Am Set trifft er das Model Rana und verliebt sich in die schöne selbstbewusste Frau. Das junge Liebespaar aus unterschiedlichen sozialen und religiösen Milieus kommt sich allmählich näher, doch ihre Geschichte nimmt eine überraschende Wendung als Rana einen Unfall erleidet. Da Ranas Eltern Joud verbieten, sie zu besuchen, findet der junge Mann einen Weg mit ihr zu kommunizieren ? über Sprachnachrichten, die Ranas Schwester Marwa abspielen lässt, in der Hoffnung seine verlorene Liebe wieder zu beleben. Ein Film mit überzeugenden Soundeffekten, die als ungewöhnliche Mittel dienen, die Welt des Liebhabers zu interpretieren.

Mo 09.10., 20.00 Uhr Kino Arsenal

 

 

Mahbas | Solitaire
Ein Spielfilm von Sophie Boutros
Libanon, Jordanien, Ägypten 2016, 92 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Therese ist die Ehefrau des Bürgermeisters eines kleinen Dorfes im Libanon. Der mit Spannung erwartete Besuch der Familie des Liebhabers ihrer Tochter bringt große Aufregung in ihr Leben. Thereses Bruder, der vor zwanzig Jahren von einer syrischen Bombe getötet wurde, ist im Haus der Familie immer noch allgegenwärtig – große Bilder von ihm hängen im ganzen Haus. Unfähig ihre Freude über die Verlobung für sich zu behalten, teilt Therese ihrem verstorbenen Bruder – das heißt den Fotos – ihr Glück mit … bis sie entdeckt, dass ihre sehnlichst erwarteten Gäste aus Syrien kommen.

Fr 13.10., 22.00 Uhr Kino Arsenal

 

A Feeling Greater than Love | Shu'our akbar min el hob
Ein Dokumentarfilm von Mary Jirmanus Saba
Libanon 2017, 99 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Ein alter Mann fährt ein Auto mit Lautsprecher auf dem Dach durch den Südlibanon und ruft zu einer Demonstration auf, um die Menschen zu unterstützen, die ein Tabakunternehmen besetzt halten und von der Armee belagert werden. Seine Worte stammen aus einer anderen Zeit. Er bezieht sich auf Ereignisse im Jahr 1973 – von denen heute kaum noch jemand weiß. Die Erinnerung an diese soziale Bewegung wurde vom Bürgerkrieg ausgelöscht, seitdem prägen konfessionelle Gräben die Gesellschaft. Auf der Suche nach einer verlorenen Zeit und nach Strategien für aktuelle Kämpfe sammelt die Filmemacherin Spuren in Archivfotos und Dokumentarfilmen der 1970er Jahre. Durch Überlagerungen des vielfältigen Materials hallt der Appell des alten Mannes in der Gegenwart nach.

Sa 14.10., 13.00 Uhr Kupferbau HS 23
 

LIBYEN
 

Stronger than Bullets
Ein Dokumentarlfilm von Mathew Millan
Libyen 2016, 90 Min., Originalfassung (Arabisch, Englisch) mit engl. UT

Mitten im Arabischen Frühling probte auch in Libyen die von Gaddafi unterdrückte Musikszene den Aufstand. Die Musiker und Musikerinnen zogen mit der Bevölkerung in den Kampf. Nach jahrzehntelangem Verbot waren in der befreiten Stadt Benghasi endlich wieder Rock, Hip Hop und Heavy Metal zu hören. Doch bald droht mit dem Erstarken der Islamisten die Stille wieder einzukehren. Die unentwegte Botschaft des Films wird vom Musiker Masoud Buisir - seine ikonische, kriegsmüde Gitarre in die Luft hebend - formuliert: "Saiten sind stärker als Kugeln."

Sa 14.10., 12.00 Uhr Kupferbau HS 22
 

MAROKKO
 

Headbang Lullaby
Ein Spielfilm von Hicham Lasri
Marokko 2017, 111 Min., OF ( Arabisch) mit engl. UT

Am 11. Juni 1986, einen Tag nachdem Marokko mit einem überraschenden Sieg über Portugal Fußball-WM-Geschichte geschrieben hat, wird der Regierungsbeamte Daoud auf eine Brücke beordert, die im Umland von Casablanca zwischen zwei verfeindeten Gemeinden über einer leeren Autobahn thront. Hier soll er den erwarteten Besuch König Hassans II. sichern. Begegnungen mit Regierungsanhängern und Familien politischer Gefangener, rätselhafte Erscheinungen sowie die Geschichte eines fußballbegeisterten Jungen werden für Daoud zur Herausforderung. Seit den blutigen „Brot-Unruhen“ fünf Jahre zuvor ist er innerlich erstarrt, doch die Euphorie und die Hoffnung, die ihm begegnen, bringen Bewegung in sein Gemüt. Hicham Lasri blickt gesellschaftskritisch auf die Geschichte des Landes und inszeniert in strahlenden Farben ein bildgewaltiges, psychedelisches Märchen voller absurder Situationen.

Sa 07.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 24

WETTBEWERB

 

Sweat Rain | Pluie de Sueur
Ein Spielfilm von Hakim Belabbes
Marokko 2016, 126 Min., OF ( Arabisch) mit engl. UT

M'barek besitzt einen Flecken vertrocknetes Land seiner Vorväter und hat zudem Schulden bei der Bank. Verzweifelt buddelt er nach Wasser, denn neben ihm sind seine schwangerer Frau Aida, sein alter Vater und der erwachsene Sohn mit Down-Syndrom abhängig von Heim und Ernte. Aber die Dürreperiode will nicht enden und der Familie droht der baldige Verlust ihrer Habe. In der poetischen Landschaft Marokkos trifft M'barek eine schwerwiegende Entscheidung und macht sich auf in die nächste Stadt. In seiner Abwesenheit tritt nun der Sohn Ayoub an seine Stelle.

Mi 11.10., 19.30 Uhr Kupferbau HS 23


House in the Fields | Tigmi n Igren
Ein Dokumentarfilm von Tala Hadid
Marokko, Katar 2017, 86 Min., OF (Tamazight, Arabisch) mit engl. UT

Ein abgelegenes Dorf im hohen Atlasgebirge in Marokko. Im Winter ist es hier so kalt, dass die Menschen ihre Häuser kaum verlassen und die Kinder nicht zur Schule gehen. Mit dem Frühling kommt die Schönheit zurück, sagt die 16-jährige Khadija, aus deren Sicht der Film erzählt. Ihre ältere Schwester Fatima soll am Ende des Sommers verheiratet werden, und es liegt Wehmut über dieser letzten gemeinsam verbrachten Zeit, im geteilten Bett, bei der Arbeit im Haus, auf den Feldern und in der Natur. In Tala Hadids feinfühligem Porträt einer Berber-Gemeinschaft geht es um Bindung an eine vertraute Lebensumgebung und um Loslösung daraus. Mit porträtartigen Einstellungen, präzisen Alltagsbeobachtungen und eindrucksvoll fotografierten Bildern der sattgrünen Natur und der majestätischen roten Bergmassive bringt sie eine entfernte Welt erstaunlich nah.

Di 10.10., 20.00 Uhr Kino Arsenal

WETTBEWERB

 

 

Le clair obscur
Ein Spielfilm von Khaoula Assebab Benomar
Marokko 2016, 81 Min., OF ( Arabisch) mit engl. UT

Mounir ist ein impulsiver egozentrischer Liebhaber. Nour ist eine charakterstarke Frau, die sich der Liebe bedingungslos widmet. Der Film erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem Blinden, der davon träumt, Radiomoderator zu werden, und einer Filmstudentin. Zwei diametral entgegengesetzte Welten und doch komplementär.

So 08.10., 21.45 Uhr Kino Arsenal


The Ulysses of the 21st Century
Ein Dokumentarfilm von Lidia Peralta
Marokko, Spanien 2017, 71 Min., OF (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Marokko hat eine der höchsten Migrationsraten in der Welt. Drei Millionen Marokkaner leben schätzungsweise im Ausland. Das marokkanische Kino hat - seit dem ersten ländlichen Exodus in die Städte in den 1950er Jahren - alle wichtigen Migrationsmeilensteine als Zeuge begleitet: Das Phänomen der "pateras" (Span. für Flüchtlingsboote), das Leben in Europa, die Heimkehr ...
Regisseurin Lidia Peralta unternimmt eine kinematographische Reise in die Migrationsgeschichte Marokkos, in der sie wichtige Vertreter und Vertreterinnen des marokkanischen Kinos wie Hakim Belabbes, Farida Benlyazid, Hicham Lasri, Narjiss Nejiss oder Hassan Benjelloun interviewt. Auch Schauspieler, Musiker und Schriftsteller wie Tahar Ben Jalloun kommen Wort. Eine hochinteressante Doku, die – fern von politischen Diskursen, Stereotypen und Klischees –Kino und Kunst für sich sprechen und ein unerwartetes Bild der marokkanischen Gesellschaft entstehen lässt.

Sa 07.10., 18.00 Uhr DAI

 

 

PALÄSTINA
 

Ghost Hunting | Istiyad Ashbah
Ein Dokumentarfilm von Raed Andoni
Palästina, Frankreich, Schweiz, Katar 2017, 94 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Regisseur Raed Andoni sucht in Ramallah per Zeitungsanzeige ehemalige palästinensische Insassen des Moskobiya-Verhörzentrums in Jerusalem, die zudem Erfahrung als Handwerker, Architekten oder Schauspieler haben. Nach dem Casting lässt er in einer leeren Halle Verhörräume und Zellen der Gefangenen maßstabsgetreu nachbauen – immer in enger Abstimmung mit den Männern und basierend auf ihren Erinnerungen an den Ort. Verhörsituationen werden nachgespielt, Details der Einrichtung diskutiert und sie sprechen über die Erniedrigungen, die sie während der Haft erlebt haben. Auch Regisseur Andoni steht vor der Kamera. Er schafft nicht nur eine Bühne für seine Protagonisten, er verarbeitet auch die eigenen Erinnerungen an seine Haft in Moskobiya vor über 30 Jahren.

Mo 09.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 24

WETTBEWERB

 

 

In Between | Bar bahar
Ein Spielfilm von Maysaloun Hamoud
Palästina/Israel 2016, 102 Min., Originalfassung (Arabisch, Hebräisch) mit engl. UT

Leila, Salma und Nur, drei palästinensische Frauen teilen sich im pulsierenden Herz Tel Avivs ein Appartement. Ihre kulturelle und religiöse Isolation in der israelischen Stadt ist jedoch die einzige Gemeinsamkeit, die die drei Frauen haben: Laila steht als knallharte Anwältin unter Dauerstress und ist des Nachts in der Underground-Clubszene unterwegs, Salma arbeitet als DJ und Barfrau und die Studentin Nur ist die einzige religiöse Muslimin der Gruppe. Alle drei Frauen müssen sich jedoch mit den Schwierigkeiten des Lebens zwischen Tradition und Moderne auseinandersetzen: Nur erhält Besuch von ihrem konservativen Verlobten, der wenig begeistert ist von ihren Mitbewohnerinnen, Leila muss feststellen, dass der aufgeklärte Mann, in den sie verliebt ist, doch nicht so tolerant ist wie gedacht und Selma bekommt Probleme mit ihrer christlichen Familie.

Sa 07.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 22

Mi 11.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 24

 


It’s more than music (The Palestine Youth Orchestra)
Ein Dokumentarfilm von Anne Renardet
Palästina 2016, 70 Min., OF (Arabisch, Englisch) mit engl. UT

Das Palästinensische Jugendorchester (PYO) wurde 2004 von der Nationalen Musikhochschule Edward Said gegründet, mit der Vision, junge palästinensische Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Welt in einem Orchester zusammenzubringen. Jedes Jahr treffen sich die Spielerinnen und Spieler aus dem Westjordanland, Gaza und Israel, aber auch aus Berlin, Athen oder Melbourne (Australien), um für die jährliche Konzerttournee zu proben. In seinem ersten Jahrzehnt ist das PYO in Jordanien, Syrien, Bahrain und Palästina sowie in Italien, Griechenland und Deutschland aufgetreten.
Der Film porträtiert die Mitglieder des Jugendorchesters, im Alter von 13 bis 26 Jahren, während ihres Gastkonzerts in Aix-en-Provence, in ihrem alltäglichen Leben und in ihrer Rolle als Mitglieder des Nationalen Orchesters.

Do 12.10., 19.45 Uhr Tübinger Musikschule

 

 

Wir sind hier. Vorhang auf für Gaza | We Are Here. Young Gaza On Stage
Ein Dokumentarfilm von Sabrina Dittus
Deutschland, Palästina 2016, 56 Min., OF (Arabisch, Englisch) mit dt. UT

Nach den israelischen Angriffen auf Gaza 2008/2009 schrieben 33 Teenager in Gaza ihre Erlebnisse während des Krieges nieder. Das Projekt, initiiert vom ASHTAR-Theater (Ramallah), mündete in ein Theaterstück mit dem Titel „Die Gaza Monologe“. Bis heute wurde es in über 80 Städten in 40 Ländern aufgeführt, auch im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York. Da der Gazastreifen seit 2006 abgeriegelt ist, konnten die meisten dieser Aufführungen nicht von den Verfassern der Monologe aus Gaza selbst bestritten werden. Während diese in Gaza festsaßen, sprang ein Ensemble des ASHTAR-Theaters aus Ramallah für sie ein. Im Jahr 2016 sollen die jungen Theaterleute ihre Monologe bei einem internationalen Jugendfestival in Ramallah aufführen. Für sie alle wäre es das erste Mal, den anderen Teil ihres Heimatlandes besuchen zu dürfen, 90 Minuten Fahrt von Gaza entfernt. Ein Traum würde wahr werden. Ob sie fahren dürfen oder nicht, hängt davon ab, ob die israelische Besatzungsbehörde ihnen dieses Mal eine Reisegenehmigung erteilt oder nicht.

Fr 13.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 22

 

SAUDI ARABIEN
 

Saudische Kurzfilme

Verschieden Regisseurinnen, Saudi Arabien 2016/2017, Originalfassung (Arabisch) mit engl. UT

Das Arabische Filmfestival präsentiert eine Reihe von Kurzfilmen von Filmemacherinnen aus Saudi Arabien, die 2016/2017 entstanden sind.

Details unter >> Kurzfilme

Sa 14.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 24

 

SYRIEN
 

Taste of Cement
Ein Dokumentarfilm von Ziad Kalthoum
Syrien, Libanon, Deutschland, Katar 2017, 85 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Syrische Bauarbeiter bauen in Beirut Wolkenkratzer, während in ihrer Heimat ihre eigenen Häuser in Schutt und Asche gebombt werden. Unter menschenunwürdigen Bedingungen hausen sie auf den Baustellen. Die Arbeiter werden auf der Baustelle eingeschlossen, die sie nach 19 Uhr nicht mehr verlassen dürfen, denn die libanesische Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre für Flüchtlinge verhängt. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist für sie das Loch, durch das sie am Morgen klettern, um einen neuen Arbeitstag zu beginnen. Von Angst geplagt und der grundlegendsten Menschen- und Arbeitsrechte beraubt, hoffen sie weiter auf ein anderes Leben. Der Dokumentarfilm zeigt gewagt, in großartigen Bildern eine andere - nicht weniger schockierende - Seite des Krieges.

Do 12.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 24

WETTBEWERB

 

Insyriated | Innen Leben
Ein Spielfilm von Philippe Van Leeuw
Belgien, Frankreich, Libanon 2017, 85 Min, OF (Arabisch) mit dt. UT

Oum Yazan, eine energische Frau in Damaskus versucht verzweifelt den Familienalltag aufrechtzuerhalten, während draußen der Krieg tobt. Man trifft sich mittags am Esstisch und versucht, gegen das Dröhnen der Bomben und Maschinengewehre anzusprechen. Es gibt kaum noch Wasser, jeder Gang vor die Tür ist gefährlich, weil auf den Dächern Scharfschützen positioniert sind. Der Großvater spielt mit dem kleinen Enkel, die älteste Tochter flirtet in ihrem Zimmer mit ihrem Freund. Nebenan plant ein junges Pärchen mit Baby die Flucht. Philippe Van Leeuws Kammerspiel zeigt Menschen in einer extremen Situation. Jede Entscheidung kann existenziell sein: Ist es moralisch zu verantworten, ein Familienmitglied zu opfern, um das Überleben der anderen zu garantieren?

Sa 14.10., 19.00 Uhr Kupferbau HS 25

 

Damascus - Hope is all that is Left
Ein Dokumentarfilm von Myrna Nabhan
Syrien, Belgien 2017, 80 Min., OF (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Über den Krieg in Syrien zu sprechen, heißt nicht nur über Geschützfeuer und Kugelhagel, über den alltäglichen Wahnsinn und die grausame Anzahl anonymer Opfer zu sprechen. Mit diesem Film möchte Regisseurin Myrna Nabhan, politische Analystin aus Belgien, freie Journalistin und Bloggerin bei der Huffington Post, denjenigen eine Stimme geben, die trotz aller Schwierigkeiten ihr Leben weiterführen und das Land am Leben erhalten: eine vom endlosen Krieg erschöpfte Gesellschaft, die verzweifelt versucht, einen Hoffnungsschimmer zu bewahren.

Sa 14.10., 17.30 Uhr Kupferbau HS 23

 

 

194. Us, Children of the Camp | 194. Nahna, wlad al moukhayyam
Ein Dokumentarfilm von Samer Salameh
Syrien, Libanon 2017, 88 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Samer ist in Yarmouk, Syrien, dem größten palästinensischen Flüchtlingslager des Mittleren Ostens aufgewachsen. Als in Damaskus 2011 die Revolution ausbricht, ist er gezwungen, sich der palästinensischen Befreiungsarmee in Syrien anzuschließen. Er beginnt zu filmen, und auch seine Freunde fangen an, die Vorfälle ihres Alltags aufzuzeichnen. Es bildet sich die Geschichte einer Gruppe von Freunden, eines Quartiers, eines staatenlosen Volkes heraus. Mit heimlich in der Armee gedrehten Bildern, Szenen überschwänglicher Freude und wutentbrannten Botschaften aus dem Tumult der Demos steuert der Film auf ein unausweichliches Ende zu. Der Krieg hält mit seiner ganzen Wucht Einzug im Leben dieser jungen Menschen (die Protagonisten vom Film The Shebabs of Yarmouk, AFF 2014), die als Fremde in Syrien gelebt haben und nun seiner mörderischen Explosion ausgeliefert sind.

Mo 09.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 22

 

Crossing to Syria
Ein Dokumentarfilm von Anmar Alsaid
Syrien, VAE 2017, 53 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Der Film versucht, über das allgemeine politische und militärische Szenario in Syrien hinaus, die menschlichen Geschichten an den Tag zu legen, die es nicht in die Schlagzeilen des Krieges schaffen. Das heutige Syrien wird durch die Verbundenheit von Mensch und Natur dargestellt. Die Menschen – und nicht politische Slogans und Einstellungen – stellen die echte Brücke nach Syrien dar.
Crossing to Syria gibt Aufschluss über die kulturelle, intellektuelle und soziale Vielfalt des Landes und beobachtet die Menschen in Momenten der Traurigkeit, Freude, Frustration und Herausforderung, um die gegenwärtigen Gefühle der Syrer zu reflektieren.

Sa 14.10., 15.00 Uhr Kupferbau HS 22

 

 

Obscure | Otmah
Ein Dokumentarfilm von Soudade Kaadan
Syrien, Libanon 2017, 75 Min., OF (Arabisch) mit engl. UT

Wie das Schweigen filmen? Vor dieser Frage steht die syrische Dokumentarfilmerin Soudade Kaadan. Sie nähert sich darin dem syrischen Jungen Ahmad, der auf ihre Fragen mit Schweigen antwortet. Ahmad möchte vergessen, dass er Syrer ist. Die Regisseurin folgt dem Kind zu den Therapiestunden mit der Psychologin, auf den Streifzügen durchs Quartier in seiner neuen Heimat, dem Libanon, und bei den Begegnungen mit Gleichaltrigen. Die Kamera bleibt stets auf der Augenhöhe des Kindes. Doch Ahmad bleibt weiterhin stumm. In den Erinnerungen anderer Kinder an den Krieg können wir die Schrecken, die aus Ahmads Schweigen sprechen, nur erahnen. Das wiederholte Nachfragen der Regisseurin zeigt uns, dass es für traumatisierte Kinder wie Ahmad keine Antworten gibt.

Do 12.10., 18.30 Uhr Kino Arsenal

 

Syrian Stories

5 Kurzfilme, Syrien, Libanon 2017, 36 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. UT

Das Arabische Filmfestival präsentiert eine Reihe von Kurzfilmen aus Syrien, die 2017 im Rahmen eines gemeinsamen Filmworkshops des Scottish Documentary Institute (SDI), British Council und Biddayat for Audiovisual Arts entstanden sind.

Details unter >> Kurzfilme

Sa 14.10., 13.30 Uhr Kupferbau HS 24

 

 

TUNESIEN
 

Burning Hope | Demain dès l'aube
Ein Spielfilm von Lotfi Achour
Tunesien 2016, 85 Min., Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Burning Hope ist sowohl die Geschichte der Geburt einer Freundschaft dreier junger Menschen als auch das intensive Porträt eines Landes, das von seinen Geistern verfolgt wird. Der Film zeigt die gemeinsamen Schicksale von zwei jungen Frauen und einem Teenager in der Zeit nach der Revolution in Tunesien, eine Zeit zwischen Hoffnung und Desillusion.

Mi 11.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 22

WETTBEWERB

 

The Flower of Aleppo | Zahret Halab
Ein Spielfilm von Ridha Behi
Tunesien 2016, 97 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. UT

Salma, 37 Jahre alt, ist Rettungssanitäterin und Zeugin des bitteren Alltags in Tunesien. Sie hat ihren Mann, den Künstler Hicham, verlassen und lebt mit ihrem 17-jährigen Sohn Mourad, der desorientiert, in einer Salafisten-Gruppe Zuflucht findet. Als ob das bedrückende Leben einer tunesischen Frau nicht schon schwer genug wäre, verschwindet zu allem Übel auch noch ihr Sohn. Salma erfährt, dass er in Syrien als Dschihadist kämpft, und beschließt alles zu unternehmen, um ihn zurückzubringen. Wird sie ihren Sohn finden und es schaffen, ihn aus der syrischen Hölle herauszuholen?

So 08.10., 20.30 Uhr DAI

Mi 11.10., 21.45 Uhr Kino Arsenal

 

Zaineb Hates the Snow | Zaineb takrahou ethelj
Ein Dokumentarfilm von Kaouther Ben Hania
Tunesien, Frankreich, Katar, Libanon, VAE 2016, 94 Min., Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Die neunjährige Zaineb hat ihren Vater verloren, und als wäre das nicht schlimm genug, möchte die Mutter mit den beiden Kindern von Tunesien nach Kanada auswandern, um dort erneut zu heiraten. Dann könnte Zaineb endlich einmal Schnee sehen! Doch Zaineb hat beschlossen, Schnee zu hassen und bringt auch Stiefvater Maher nicht besonders viel Sympathie entgegen. Dessen altkluge Tochter Wijdene gibt sich derweil alle Mühe, Zaineb die neue Heimat schmackhaft zu machen, teilt ihr Zimmer aber dann doch nicht allzu gern. Die Langzeitdokumentation einer ganz normalen Patchworkfamilie beobachtet ihre widerspenstige Protagonistin beim Erwachsen werden, und ist eine so sensible wie moderne Erzählung über Heimat und Zugehörigkeit.

Do 12.10., 20.00 Uhr Kupferbau HS 22

 

A Revolution in Four Seasons
Ein Dokumentarfilm von Jessie Deeter
Tunesien, USA 2016, 90 Min., Originalfassung (Arabisch, Englisch) mit engl. UT

Der Film begleitet zwei junge Tunesierinnen in ihrem sehr unterschiedlichen Engagement für ein demokratisches Tunesien, das Land, das mit einer friedlichen Revolution den Arabischen Frühling herbei führte. Durch die Augen und Handlungen der säkularen Journalistin Emna Ben Jemaa und der konservativ-religiösen Parlamentarierin Jawhara Ettis werden die Entwicklungen vom Sommer der Hoffnung 2011 über einen Herbst der Arbeit, einen Winter der Verzweiflung bis hin zu einem Frühling der Demokratie 2014 hautnah miterlebbar. Die aktuelle und spannende Dokumentation spiegelt ihre persönlichen Entwicklungen und die Kämpfe der Frauen aber auch der gesamten Gesellschaft wider.

Sa 07.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 22

 

Rue de la Victoire
Ein Dokumentarfilm von Frédérique Cournoyer Lessard
Kanada, Tunesien 2017, 65 Min., Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Mohamed Dhiaa Garbi ist ein junger tunesischer Zirkuskünstler, der seine Kunst mit einer seltenen Leidenschaft lebt. Da er sich von seiner Familie missverstanden und von der Gesellschaft unterdrückt fühlt, entscheidet er zusammen mit Rafik und Fourat, sich dem Cirque Farouche in Frankreich anzuschließen. Doch es ist schwierig, sich an die neue Umgebung anzupassen. Die traumatische Erinnerung an die Misshandlungen, die er an der heimischen Zirkusschule erlitt, beeinflussen ihn immer noch und verhindern, dass er sich auf seine Spezialität, das Cyr-Rad, konzentriert. Es gelingt ihm aber, seine Nummer zu verbessern und so an dem Erfolg der Show mitzuwirken. Aber die Heimat lässt ihn nicht los…

Sa 07.10., 19.30 Uhr DAI
 

Kurzfilme aus Tunesien

Tunesien 2016, 80 Min., Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit engl. UT

Das Arabische Filmfestival präsentiert eine Reihe von Kurzfilmen aus Tunesien, die 2016 im Rahmen von Filmworkshops des Goethe Institut in Tunis und des Institut Français de Tunisie entstanden sind.

Details unter >> Kurzfilme

Sa 14.10., 12.00 Uhr Kupferbau HS 24

 

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE
 

Honey, Rain & Dust | Assal wa matar wa goubar
Ein Dokumentarfilm von Nujoom Alghanem
Vereinigte Arabische Emirate 2016, 86 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. UT

Aisha, Fatima und Ghareeb gehören zu den bekanntesten Imkern im Norden der Vereinigten Arabischen Emirate. Ghareeb hat am Berggipfel ein Schutzgebiet errichtet, wo er die Kontrolle über die Umgebung haben und seine Honigbienen bewachen kann. Fatima und Aisha ziehen es vor, die Berge frei zu durchstreifen, um den besten natürlichen Honig zu finden. Mittlerweile müssen die Bienen den Klimawandel bewältigen, denn die Überlebensbedingungen haben sich verschlechtert und die Produktion von Honig ist zurück gegangen. Die Bienen sind fester Bestandteil im Leben von Aisha, Fatima und Ghareeb, aber wie lange und mit welchen Mitteln können sie für das Bienenvolk noch sorgen?

Sa 07.10., 18.30 Uhr Kupferbau HS 24

 

Nanny Culture
Ein Dokumentarfilm von Paul James Driscoll
Vereinigte Arabische Emirate 2016, 80 Min., Originalfassung (Englisch, Arabisch) mit engl. UT

Nanny, Au-Pair-Mädchen, Gouvernante oder welche Nomenklatur auch immer. Die Unterstützung bei der Kindererziehung ist eine globale Wirtschaftsbranche. Egal ob eine einfache Werbeanzeige oder eine vertrauenswürdige Agentur - es wird immer ein Bedürfnis für die elterliche Unterstützung geben, wenn beide Eltern arbeiten oder sie wohlhabend genug sind, sich diesen Luxus zu leisten. Entstanden ist eine ganze Kultur der verlagerten Kindermädchen und Haushälterinnen, oft sind es Mütter und manchmal auch Väter, die weit weg von ihren eigenen Kindern, jemand anderes helfen. Nanny Culture bietet einen unbeschwerten amüsanten Blick auf das Leben und die Lernkurve eines britischen Kindermädchens im Herzen einer lebendigen emiratischen Familie. Mary Poppins, vielleicht, aber mit einem ganz anderen Soundtrack!

Di 10.10., 18.15 Uhr Kupferbau HS 22

 

Kurzfilme des Zayed University Middle East Film Festival (ZUMEFF), Abu Dhabi

6 Kurzfilme, verschiedene Länder, 2016/2017, 69 Min., Originalfassung (Arabisch et al.) mit engl. UT

Details unter >> Kurzfilme

Sa 14.10., 15.00 Uhr Kupferbau HS 24



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